Folge 9: Hartz IV und der Wert von Arbeit

Back to the roots: In Folge 1 haben wir uns den Arbeitsmarkt angeschaut und in Folge 2 das Grundeinkommen behandelt. Darauf bauen wir diese Woche auf. Wir zeigen kurz, wie sich die Sozialsysteme entwickelt haben und warum ein Grundeinkommen ein Traditionsbruch wäre. Anschließend diskutieren wir einen Gastbeitrag (“Süßes Gift” von Anke Hassel) aus der Süddeutschen Zeitung über die Vorteile von Hartz IV und den Wert von Arbeit.

Quellen für die Grafik: DIW Wochenbericht Nr. 4 2017 S. 73 und 76. Die Entwicklung des realen BIP haben wir aus: “BIP, Arbeitsproduktivität, Erwerbstätige, Arbeitsvolumen, Arbeitszeit 1991 -2016” sozialpolitik-aktuell.de Achtung: In der Publikation des DIW wird der reale BIP-Zuwachs von 1991 bis 2014 deutlich geringer (22% statt 34%) eingeschätzt.

Folge 8: Rentenökonomien

Kapitalismus entsteht nur, wenn es die unteren Bevölkerungsschichten schaffen, ihn durchzusetzen. Diese Folge beschäftigen wir uns mit einer sehr typischen Alternative: Den Rentenökonomien. Damit es nicht zu theoretisch wird, nehmen wir Algerien und Nicaragua als Beispiele. Die Bevölkerungsentwicklung von Algerien sieht so aus:


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Folge 7: Entstehung des Kapitalismus

Diese Folge beschäftigen wir uns mit der Entstehung des Kapitalismus. Dafür beschreiben wir zunächst, wie Ungleichheit entsteht und im Anschluss, wie diese durch den Kapitalismus überwunden wird.

Unsere Erklärungen sind leider manchmal etwas holprig geworden und wir sind immer nicht gleich auf den Punkt gekommen. Die Kernbotschaft sollte aber trotzdem gut transportiert werden. (Wir haben uns gegen eine neue Aufnahme entschieden, weil dabei Dynamik verloren geht. Zusätzlich vergessen wir sonst wichtige Dinge, weil wir sie in der Ursprungsfolge bereits gesagt haben.)

Wir entschädigen euch damit, dass wir kein Wort über Trump verlieren.

Folge 6: Nationaler Populismus

In dieser letzten Folge vor der Winterpause reden wir über nationalen Populismus. Das ist deprimierend. Dafür setzen wir wieder die Tafel ein und bauen mit dem deutschen Exportüberschuss eine Mauer aus VW Golf um Deutschland. Eine Runde VW Golf um Deutschland kostet ca. 21,67 Milliarden Euro. Felix hat für diesen Schritt einen falschen Wert (Kosten für Sachsen 4,724 Milliarden) genannt, im Tafelbild ist es aber richtig.

Folge 5: Handel, Wechselkurse und die Eurokrise

Diese Folge geht es um Handel, Wechselkurse und die Eurokrise. Wir vertreten dabei die These, dass Deutschland durch politisch gewollte Lohnzurückhaltung Arbeitslosigkeit zu unseren Partnern in der Währungsunion exportiert.

Diese Woche gibt es leider kein Bild, aber dafür bekommt ihr einen Link auf ein Diagramm. Das zeigt sehr anschaulich, wie sich die jährlichen deutschen Handelsbilanzüberschüsse von 11 Milliarden Euro (1991) auf 244 Milliarden Euro 2015 gesteigert haben. (Im Podcast habe ich leider mit 280 Milliarden Euro eine falsche Zahl genannt.)

“Die Kritik am deutschen Wirtschaftsmodell ist also nicht neu. Doch noch nie wurde sie derart massiv vorgetragen wie in diesen Tagen. Der amerikanische Finanzminister, der italienische Premierminister, der französische Präsident, der Chef der EU-Kommission, die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds – sie alle werfen der größten Volkswirtschaft in Europa vor, dass sie immer mehr exportiert und immer weniger importiert. Mit ihren Exportüberschüssen mache die Bundesrepublik den übrigen Europäern das Leben schwer – ja, so lautet vor allem der Tadel der Amerikaner und des IWF: Deutschland gefährde damit die Stabilität der Weltwirtschaft.”

„alle würdigen am Euro, daß sich die Exportchancen Deutschlands erhöhen würden. Wenn das dann so ist, dann müssen doch andere Produktionsunternehmen in anderen Ländern darunter leiden. Anders ginge es doch gar nicht. Das heißt, wir wollen den Export Deutschlands erhöhen und damit die Industrie in Portugal, Spanien und anderen Ländern schwächen. Die werden verostdeutscht, weil sie diesem Export nicht standhalten können.[…] Wollen Sie ein Europa, in dem 10 Prozent der Bevölkerung sinnlos immer reicher werden und andere immer mehr draufzahlen müssen?[…] Wer europäische Integration will, muß europäische Angleichungsprozesse einleiten. Dazu würde gehören, die Steuern zu harmonisieren, die Löhne und Preise anzugleichen und auch soziale, ökologische und juristische Standards anzugleichen. […] Wenn Sie das alles politisch nicht leisten und statt dessen sagen, wir führen eine Einheitswährung ein, um die Angleichungsprozesse zu erzwingen, dann sagen Sie damit doch nichts anderes, als daß Sie ganz bewußt Lohnwettbewerb, also in Wirklichkeit Lohndumping und Kostendumping, organisieren wollen. Den größten Vorteil hat immer derjenige mit den niedrigsten Steuern, den niedrigsten Löhnen, den niedrigsten Preisen und den niedrigsten ökologischen, juristischen und sozialen Standards; dieser wird sich durchsetzen. Das führt zu einem Europa des Dumpings, des Abbaus nach unten. Wer so etwas organisiert, der – das behaupte ich -organisiert nicht nur Sozial- und Lohnabbau, sondern er organisiert auch zunehmenden Rassismus. Das mag nicht bewußt geschehen, aber es wird die Folge sein.“

“Das bedeutet ja, dass im Grunde genommen, dass das was wir seit Jahren machen und worauf wir stolz sind ein völliger Irrweg ist.“ (min 37:43)

Folge 4: Geldschöpfung und EZB

Wir knüpfen an die letzte Folge an und beschäftigen uns dieses Mal mit der Geldschöpfung und der Europäischen Zentralbank (EZB). Weil Geld kein Wert an sich ist, kann es durch Banken generiert werden. Die EZB kontrolliert den Prozess und strebt eine jährliche Inflation von 2% an.

Die Rechnung zeigt, wie die multiple Geldschöpfung funktioniert. Ausgangspunkt bilden in dem Modell 100€ Einlagen und 10% Reserven. Im weiteren Schritt wird berechnet wieviel Geld bei 100€ und 2% Reserven generiert werden kann und bei 1% Reserven.

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  • Die Geldschöpfung wird sehr schön bei Mankiw/Taylor “Grundzüge der Volkswirtschaftslehre” Kapitel 29 “Das monetäre System” erklärt.
  • Die FAZ hat auch einen Artikel dazu: “Geldschöpfung- Wie kommt das Geld in die Welt?”
  • Die Bundesbank informiert über die Anreize von Zinsen.
  • In der taz wird über das Problem, dass es keine Anreize gibt das viele geschöpfte Geld auch auszugeben, geschrieben.

  • Zu der Unabhängigkeit: Der EZB-Präsident wird vom Europäischen Rat gewählt. Neue Mitglieder des EZB-Direktoriums werden von den nationalen Finanz- und Wirtschaftsministern empfohlen.

  • Eine Diskussion, ob es statt den obersten Zentralbänkern nicht feste Regeln für die Geldpolitik geben sollte und inwieweit überhaupt geldpolitisch versucht werden sollte, auf Konjunkturschwankungen zu reagieren, findet sich im letzten Kapitel von Mankiw/Taylor “Grundzüge der Volkswirtschaftslehre”

Folge 3: Geld

In den letzten beiden Folgen haben wir viel über Geld gesprochen. Wie hoch sind die Löhne oder wie viel Geld sollte mit dem Grundeinkommen ausgezahlt werden? Nun wird es Zeit, genauer über Geld zu reden.

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  • In der Wikipedia gibt es jeweils einen guten Artikel über die Funktion und zur Geschichte des Geldes.
  • Frank und Fefe haben sich in Folge 16 des Alternativlos-Podcasts ebenfalls mit Geld beschäftigt.
  • Johannes Schmidt: Sparen – Fluch oder Segen? Anmerkungen zu einem alten Problem aus Sicht der Saldenmechanik, in: “Lehren aus der Krise der Makroökonomik”
  • Eine gute Erklärung (+Rechner), wie man die Wirkung der Inflation auf die Kaufkraft von Geld ausrechnet, findet sich hier.

Folge 2: Grundeinkommen

In der letzten Folge haben wir die Nachteile neoliberaler Sozial- und Arbeitsmarktpolitik aufgezeigt. Doch wie könnte man die Folgen der Globalisierung, des technischen Fortschritts und der vielen Geburten bzw. schlechten Bildungschancen besser abmildern? Ein Grundeinkommen kann eine Lösung sein. Nachdem wir uns mit Kommentaren zur letzten Senndung beschäftigt haben, stellen wir aus den vielen Modellen kurz drei populäre Ansätze vor.

Im Anschluss entwickeln wir die Idee das Grundeinkommen schrittweise einzuführen. Denn auch wenn sich die Grundeinkommensansätze in der Auszahlungshöhe und der Finanzierung unterscheiden, wird immer eine unmittelbare Einführung angestrebt. Das erschwert unserer Ansicht nach die politische Umsetzung.

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